Deutschprüfungen · Goethe · telc · ÖSD · TestDaF · DSH · DTZ

Deutsche
Sprachprüfungen
A1 – C2

Aufbau, Ablauf, Zeitangaben und gezielte Vorbereitung für alle wichtigen Deutschzertifikate — vollständig und faktisch geprüft.

Goethe-Institut telc ÖSD DTZ TestDaF DSH

Niveau A1 · A2 · B1 · B2 · C1 · C2 nach GER/CEFR

🎧
Hören
Hörverstehen — gesprochene Texte, Dialoge, Nachrichten, Ansagen verstehen
📖
Lesen
Leseverstehen — Texte, Artikel, Formulare, E-Mails verstehen und auswerten
✍️
Schreiben
Schriftlicher Ausdruck — Briefe, E-Mails, Berichte, Stellungnahmen, Essays verfassen
🗣️
Sprechen
Mündlicher Ausdruck — Monolog, Dialog, Diskussion, Präsentation, Reaktion

Prüfungsanbieter im Detail

Goethe-Institut — Goethe-Zertifikat

A1 – C2 · International anerkannt · Modular aufgebaut

Das Goethe-Zertifikat ist die weltweit bekannteste und am weitesten verbreitete Deutschprüfung. Sie wird vom Goethe-Institut herausgegeben — einer deutschen Kulturinstitution mit Präsenz in über 90 Ländern. Die Prüfungen decken alle Niveaustufen von A1 bis C2 ab und sind nach dem GER/CEFR-Rahmen strukturiert. Ein zentrales Merkmal ist die modulare Struktur: Jedes Niveau besteht aus vier klar getrennten Modulen (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen), die teilweise auch einzeln absolviert werden können. Benotung: Pro Modul sind maximal 100 Punkte erreichbar; Bestehensgrenze liegt bei 60 Punkten (60 %) pro Modul.

Anerkennung: Goethe-Zertifikate werden weltweit von Behörden, Universitäten und Arbeitgebern anerkannt — u. a. für Visaverfahren, Einbürgerung, Studium und Beruf in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Prüfungsaufbau nach Niveau — Goethe-Zertifikat

NiveauHörenLesenSchreibenSprechenGesamt
A1 ca. 20 Min.ca. 25 Min.ca. 20 Min.ca. 15 Min. ca. 80 Min.
A2 ca. 25 Min.ca. 30 Min.ca. 30 Min.ca. 15 Min. ca. 100 Min.
B1 ca. 40 Min.ca. 45 Min.ca. 60 Min.ca. 15 Min. ca. 160 Min.
B2 ca. 40 Min.ca. 65 Min.ca. 75 Min.ca. 15 Min. ca. 195 Min.
C1 ca. 40 Min.ca. 70 Min.ca. 80 Min.ca. 15 Min. ca. 205 Min.
C2 ca. 40 Min.ca. 70 Min.ca. 80 Min.ca. 15 Min. ca. 205 Min.

Aufgabentypen — Lesen & Hören

  • Zuordnungsaufgaben (Welche Aussage passt zu welchem Text?)
  • Multiple Choice (eine oder mehrere richtige Antworten)
  • Richtig / Falsch / Nicht im Text
  • Lückentexte (passendes Wort einsetzen)
  • Reihenfolge-Aufgaben (Aussagen in Reihenfolge bringen)

Aufgabentypen — Schreiben & Sprechen

  • Schreiben: formal/informell Brief oder E-Mail (A1–B1)
  • Schreiben: Stellungnahme, Bericht, Erörterung (B2–C2)
  • Sprechen A1/A2: Vorstellen, einfacher Dialog, Bildkarte
  • Sprechen B1+: Meinung äußern, Partner-Diskussion, Präsentation
  • Sprechen meist als Paarprüfung — 2 Kandidaten + 2 Prüfer

Bewertung & Bestehen

  • Jedes Modul: max. 100 Punkte, Bestehensgrenze 60 Punkte
  • Alle vier Module müssen einzeln mit ≥ 60 Punkten bestanden werden
  • Nicht bestandene Module können nachgeholt werden (modulare Zertifizierung)
  • Gesamtergebnis: Summe aller vier Module (max. 400 Punkte)
  • Noten: Sehr gut (≥ 90%), Gut (≥ 80%), Befriedigend (≥ 70%), Ausreichend (≥ 60%)

Anmeldung & Prüfungsablauf

  • Anmeldung beim lokalen Goethe-Institut oder autorisierten Prüfungszentrum
  • Gültiger Lichtbildausweis (Reisepass oder Personalausweis) erforderlich
  • Schriftliche Prüfung und mündliche Prüfung häufig an zwei verschiedenen Tagen
  • Ergebnisse in der Regel 4–6 Wochen nach der Prüfung
  • Zertifikat ist zeitlich unbegrenzt gültig (kein Verfalldatum)
⚡ Wichtig für A1: Das Goethe-Zertifikat A1: Start Deutsch 1 wird speziell für den Familiennachzug nach Deutschland benötigt. Es gibt auch eine Variante für Jugendliche (Fit in Deutsch 1).

telc — The European Language Certificates

A1 – C1 · Integrationsrelevant · Viele Prüfungszentren in DE/AT

telc (The European Language Certificates, Sitz in Frankfurt am Main) bietet standardisierte Sprachprüfungen für viele Sprachen und Niveaustufen an. Im Deutschen-Bereich ist telc besonders relevant für den Integrations- und Migrationskontext: Die telc-Prüfungen werden von den deutschen Behörden, dem BAMF und vielen Arbeitgebern anerkannt. Ein Besonderheit ist die breite Palette an berufs- und branchenspezifischen Prüfungen (z. B. telc Deutsch B2 Pflege für Pflegepersonal oder telc Deutsch B2 Beruf). telc-Prüfungen sind in Aufbau und Bewertung etwas anders strukturiert als Goethe-Prüfungen: Es gibt einen schriftlichen Teil (Sprachbausteine + rezeptive + produktive Fertigkeiten) und einen mündlichen Teil.

Aufbau telc Deutsch B1 (Beispiel)

  • Schriftliche Prüfung (~90 Min.):
  • Leseverstehen: 3 Teile, ca. 30 Min.
  • Sprachbausteine: 2 Teile (Lückentext-Grammatik), ca. 15 Min.
  • Hörverstehen: 3 Teile, ca. 25 Min.
  • Schreiben: 1 Text (Brief/E-Mail), ca. 30 Min.
  • Mündliche Prüfung (~15 Min.):
  • Vorstellung, gemeinsame Aufgabe, Präsentation

Besonderheit: Sprachbausteine

  • telc-Prüfungen enthalten „Sprachbausteine" — ein eigener Prüfungsteil
  • Lückentexte, bei denen Grammatik und Wortschatz direkt getestet werden
  • Teil 1: offene Lücken (Wort selbst einsetzen)
  • Teil 2: Multiple Choice aus drei Optionen
  • Dieser Teil fehlt beim Goethe-Zertifikat — ist ein telc-Spezifikum

telc-Prüfungen — Übersicht Niveaus

  • A1 telc Deutsch A1
  • A2 telc Deutsch A2 / A2+ Schule
  • B1 telc Deutsch B1 / B1+ Beruf
  • B2 telc Deutsch B2 / B2 Medizin / B2 Pflege / B2 Beruf
  • C1 telc Deutsch C1 / C1 Hochschule

Bewertung & Bestehen

  • Schriftlicher Teil: max. 150 Punkte (je nach Niveau)
  • Mündlicher Teil: max. 45 Punkte (je nach Niveau)
  • Bestehensgrenze: 60% der Gesamtpunktzahl
  • Schriftlich und mündlich werden separat bewertet
  • Beide Teile müssen bestanden sein — bei Nicht-Bestehen eines Teils gilt die Prüfung als nicht bestanden
Berufsbezeichnungen: Für ausländische Fachkräfte in Pflege, Medizin und Sozialarbeit gibt es spezialisierte telc-Prüfungen mit berufsrelevantem Wortschatz und Situationen. Diese werden von vielen Ärztekammern und Krankenhäusern explizit verlangt.

ÖSD — Österreichisches Sprachdiplom Deutsch

A1 – C2 · Stark in Österreich · Modular zertifizierbar

Das ÖSD (Österreichisches Sprachdiplom Deutsch) ist eine österreichische Bildungsinstitution, die Deutschprüfungen nach GER/CEFR für alle Niveaus anbietet. ÖSD-Zertifikate werden in Österreich, Deutschland und der Schweiz von Behörden anerkannt und sind international verbreitet. Ein besonderes Merkmal: Die Prüfungen sind klar in schriftliches Modul (Lesen + Hören + Schreiben) und mündliches Modul (Sprechen) unterteilt — beide können getrennt abgelegt und zertifiziert werden. Das ÖSD legt besonderen Wert auf authentisches österreichisches Deutsch und realitätsnahe Kommunikationssituationen.

Aufbau ÖSD B2 (Beispiel)

  • Schriftliches Modul (~165 Min.):
  • Leseverstehen: 3–4 Aufgaben, ca. 60 Min.
  • Hörverstehen: 3–4 Aufgaben, ca. 30 Min.
  • Schriftlicher Ausdruck: Stellungnahme oder Brief, ca. 75 Min.
  • Mündliches Modul (~20 Min. pro Person):
  • Monologischer Teil + Interaktion mit Partner

Besonderheiten ÖSD

  • Modulare Zertifizierung: schriftlich und mündlich können getrennt zertifiziert werden
  • Das schriftliche Zertifikat gilt 3 Jahre (für spätere mündliche Ergänzung)
  • Österreichisches Standarddeutsch in Texten und Hörmaterial
  • ÖSD-Zertifikate erfüllen die Anforderungen für den österreichischen Aufenthaltstitel
  • Auch spezifische Prüfungen für Jugendliche (KID = Kindersprachdiplom)

Niveaus und Bezeichnungen

  • A1 ÖSD Zertifikat A1
  • A2 ÖSD Zertifikat A2
  • B1 ÖSD Zertifikat B1
  • B2 ÖSD Zertifikat B2
  • C1 ÖSD Zertifikat C1
  • C2 ÖSD Zertifikat C2

Bewertung ÖSD

  • Schriftliches Modul: max. 100 Punkte, Bestehensgrenze 60%
  • Mündliches Modul: max. 100 Punkte, Bestehensgrenze 60%
  • Bewertungskriterien Sprechen: Kommunikativität, Korrektheit, Spektrum
  • Bewertungskriterien Schreiben: Inhalt, Aufbau, Sprachrichtigkeit, Wortschatz
  • Gesamtzertifikat: beide Module müssen bestanden sein

DTZ — Deutsch-Test für Zuwanderer

A2–B1 · BAMF-Integrationskurs · Aufenthaltsrecht

Der DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) ist eine staatlich vorgeschriebene Prüfung, die am Ende eines BAMF-Integrationskurses abgelegt wird. Er ist kein allgemeines Sprachzertifikat, sondern eine praxisorientierte Prüfung, die auf das Leben in Deutschland ausgerichtet ist. Das Ergebnis wird als A2 oder B1 ausgewiesen (oder als „unter A2", wenn das Mindestniveau nicht erreicht wird). Der DTZ wird von verschiedenen Prüfungsorganisationen durchgeführt (u. a. telc, Goethe-Institut). Die Prüfung hat direkten Einfluss auf aufenthaltsrechtliche Entscheidungen.

⚡ Aufenthaltsrechtliche Relevanz: Das Ergebnis des DTZ beeinflusst direkt die aufenthaltsrechtliche Situation in Deutschland. B1 ist Voraussetzung für die unbefristete Niederlassungserlaubnis (§ 9 AufenthG). Wer nur A2 erreicht, muss in manchen Fällen weitere Kurse absolvieren.

Aufbau DTZ — Schriftliche Prüfung

  • Gesamtdauer schriftlich: ca. 100 Minuten
  • Hören: 3 Teile, Alltagsdialoge und Ansagen, ca. 25 Min.
  • Lesen: 3 Teile, Formulare, Nachrichten, kurze Texte, ca. 45 Min.
  • Schreiben: 1 Aufgabe — formelle Nachricht (Termin, Anfrage, Problem), ca. 30 Min.
  • Hören und Lesen werden zusammengezählt (gemeinsame Punktgrenze)

Aufbau DTZ — Mündliche Prüfung

  • Dauer: ca. 15 Minuten pro Person
  • Teil 1: Vorstellen (Name, Herkunft, Beruf, Familie)
  • Teil 2: Alltagssituation aus Bildkarte beschreiben
  • Teil 3: Meinung zu einem Thema äußern, Reaktion auf Partner
  • Bewertet wird: Kommunikative Effizienz, nicht sprachliche Perfektion

Typische Themen im DTZ

  • Arbeit und Beruf (Bewerbung, Arbeitsvertrag, Kollegen)
  • Wohnen und Nachbarn (Mietvertrag, Hausordnung)
  • Gesundheit und Arztbesuche
  • Ämter und Behörden (Anträge, Formulare)
  • Schule und Kindergarten (für Kinder)
  • Öffentlicher Nahverkehr, Einkaufen

Bewertung & Ergebnisse

  • Ergebnis: B1 (höchstes), A2, oder unter A2
  • Schreiben wird separat bewertet
  • Sprechen wird separat bewertet
  • Kein klassisches Notensystem — Einstufung nach Sprachniveau
  • Wiederholung möglich, wenn Ergebnis nicht ausreicht

TestDaF — Test Deutsch als Fremdsprache

B2–C1 · Hochschulzugang · TDN-Stufensystem

Der TestDaF ist eine Hochschulzugangsprüfung für internationale Studienbewerber an deutschen Universitäten und Fachhochschulen. Er wird vom TestDaF-Institut (Hagen) entwickelt und weltweit an autorisierten Testzentren angeboten. Das Besondere: Statt eines CEFR-Niveaus bekommt man für jede der vier Fertigkeiten eine TDN-Stufe (TestDaF-Niveaustufe) — TDN 3, TDN 4 oder TDN 5. Für die Hochschulzulassung wird in der Regel TDN 4 in allen vier Fertigkeiten verlangt (manche Hochschulen akzeptieren auch TDN 3 in einem Teil). TestDaF kann auch digital (dTestDaF) abgelegt werden.

Das TDN-Stufensystem — Bedeutung der Stufen

TDN-StufeUngefähres CEFR-NiveauBedeutungHochschule
TDN 3 B2 (unteres) Grundlegende Kompetenz für akademische Kommunikation Meist nicht ausreichend — von manchen HS akzeptiert
TDN 4 B2+ / C1 (unteres) Gute Kompetenz — akademisch arbeitsfähig Standard-Anforderung der meisten deutschen Hochschulen
TDN 5 C1 (oberes) Sehr gute Kompetenz — nahezu akademisch muttersprachlich Übertrifft die Anforderungen — immer ausreichend

Aufbau TestDaF — 4 Teile

  • Leseverstehen: 3 Aufgaben, ca. 60 Min. — akademische Texte, Tabellen, Schaubilder
  • Hörverstehen: 3 Aufgaben, ca. 40 Min. — Vorlesung, Interview, Gespräch
  • Schriftlicher Ausdruck: 1 Aufgabe, ca. 60 Min. — Diagramm beschreiben + Stellungnahme
  • Mündlicher Ausdruck: 7 Aufgaben, ca. 35 Min. — als Tonaufnahme, kein Prüfer anwesend
  • Gesamtdauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten (ohne Pausen)

Besonderheit: Mündlicher Ausdruck ohne Prüfer

  • Der mündliche Teil wird als Tonaufnahme abgelegt — kein Gespräch mit Prüfer
  • 7 Aufgaben zu akademischen Themen (Uni-Alltag, Graphiken, Diskussionen)
  • Vorbereitung: kurze Vorbereitungszeit pro Aufgabe (15–30 Sek.)
  • Sprechen: ca. 30–90 Sekunden pro Aufgabe
  • Bewertung durch geschulte Bewerter nach festen Kriterien

Typische akademische Themen

Studium und Hochschule Umwelt und Klimawandel Gesellschaft und Politik Wirtschaft und Globalisierung Medizin und Gesundheit Technik und Innovation Statistiken und Diagramme Demografischer Wandel

Vorbereitung TestDaF

  • Akademischen Wortschatz systematisch aufbauen (Definitionen, Ursache-Wirkung)
  • Diagramme beschreiben trainieren (Anstieg, Rückgang, Plateau)
  • Schnelles Lesen — Kernaussagen in langen Texten identifizieren
  • Mündliche Aufnahmen üben: strukturiert, ohne Zögern sprechen
  • Offizielle Modellsätze und frühere Prüfungen auf testdaf.de üben
Digital oder Papier? TestDaF kann seit 2023 auch als dTestDaF (digital, am Computer) abgelegt werden. Das Format ist inhaltlich identisch — nur die Durchführungsform unterscheidet sich.

DSH — Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang

B2–C1/C2 · Hochschulprüfung · Je nach Universität unterschiedlich

Die DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) ist eine Hochschulprüfung — sie wird direkt von der jeweiligen Universität oder Fachhochschule organisiert und abgenommen. Im Gegensatz zu TestDaF gibt es kein zentrales, einheitliches Format: Jede Hochschule entwickelt ihre eigenen Aufgaben, jedoch müssen alle DSH-Prüfungen den Rahmenbestimmungen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) entsprechen. Das Ergebnis ist nach DSH-Stufen gegliedert: DSH-1, DSH-2 und DSH-3. Für die Zulassung zum Studium wird in der Regel DSH-2 verlangt.

DSH-Stufen — Bedeutung und Anforderungen

DSH-StufeProzentuales ErgebnisCEFR (ungefähr)Studiumszulassung
DSH-1 57 % – 66 % ca. B2 Eingeschränkt — manche HS akzeptieren es mit Auflagen
DSH-2 67 % – 81 % ca. C1 Standard-Zulassung — von allen deutschen Hochschulen anerkannt
DSH-3 82 % und mehr ca. C1–C2 Sehr gut — übertrifft alle Anforderungen

Schriftlicher Teil — typische Inhalte

  • Hörverstehen: Vorlesung oder Vortrag (20–30 Min.), Notizen machen, dann Aufgaben lösen
  • Leseverstehen: Wissenschaftlicher Text (800–1200 Wörter), Verstehens- und Transferaufgaben
  • Wissenschaftliche Strukturen: Grammatik, Satzbau, Konnektoren in wissenschaftlichem Kontext
  • Textproduktion: Zusammenfassung + argumentativer Text (~300–400 Wörter), ca. 60–70 Min.

Mündlicher Teil

  • Dauer: ca. 20–30 Minuten (je nach Hochschule)
  • Kurzpräsentation zu einem Thema (5–10 Min. Vorbereitung)
  • Fachgespräch auf Basis des Präsentationsthemas
  • Prüfer: 2 Hochschuldozenten
  • Wichtig: Wenn schriftlicher Teil unter Mindestgrenze, gilt mündlich nicht mehr

Wichtige Unterschiede zu TestDaF

  • DSH: Hochschuleigene Prüfung, nur an dieser HS gültig (in der Regel)
  • TestDaF: Zentral entwickelt, bundesweit und international gültig
  • DSH: Muss vor Ort an der Ziel-HS abgelegt werden
  • DSH: Format und Schwierigkeit variieren je nach Hochschule
  • TestDaF: Einheitlich — gleicher Standard weltweit

Vorbereitung DSH

  • Wissenschaftssprache intensiv üben (Definitionen, Kausalität, Schlussfolgerungen)
  • Vorlesungen hören und Notizen strukturiert mitschreiben
  • Zusammenfassungen schreiben — sachlich, in eigenen Worten
  • Grammatik Niveau C1: Partizipialkonstruktionen, Passiv, Nominalisierungen
  • Probeprüfungen der Ziel-Hochschule herunterladen und üben
⚡ Gültigkeitsdauer: Das DSH-Zertifikat wird normalerweise unbegrenzt ausgestellt, aber: Es gilt nur für die ausstellende Hochschule oder im besten Fall für alle deutschen Hochschulen — je nach Regelung. TestDaF ist immer bundesweit gültig.

So läuft ein Prüfungstag ab

Unabhängig vom Anbieter folgt ein Prüfungstag immer einem ähnlichen Ablauf. Wer diesen Ablauf kennt, geht ruhiger und besser vorbereitet in die Prüfung.

Schritt 1 · Anmeldung
Einlass und Identitätsprüfung
Anmeldung am Empfang des Prüfungszentrums. Gültiger Reisepass oder Personalausweis vorzeigen (kein Führerschein bei manchen Anbietern). Sitzplatznummer in Empfang nehmen. Keine Handys, Smartwatches oder Notizen erlaubt — alles abgeben oder ausschalten.
Schritt 2 · Einweisung
Regeln und Ablauf erklären
Die Prüfungsleitung erklärt die Regeln: Kein Sprechen, kein Wörterbuch, kein Handy. Aufgabenhefte werden ausgeteilt, aber noch nicht geöffnet. Ruhig bleiben — auch wenn andere Kandidaten nervös wirken.
Schritt 3 · Hören
Hörverstehen (meistens zuerst)
Meist der erste Prüfungsteil. Tonaufnahmen werden abgespielt — in der Regel zweimal. Notizen in Stichpunkten machen. Nicht den ganzen Satz aufschreiben — Schlüsselwörter, Zahlen, Namen reichen. Nicht in Panik geraten, wenn man etwas verpasst hat — beim zweiten Hören ergänzen.
Schritt 4 · Lesen
Leseverstehen
Texte lesen und Aufgaben lösen. Strategie: erst Fragen lesen, dann gezielt im Text suchen. Nicht zu viel Zeit bei einer Aufgabe verbringen — weitergehen und zurückkehren. Zeit ist knapp kalkuliert.
Schritt 5 · Schreiben
Schriftlicher Ausdruck
Einen Text verfassen — Brief, E-Mail, Stellungnahme oder Essay je nach Niveau. Immer: Aufgabe sorgfältig lesen, Struktur planen (2–3 Min.), dann schreiben. Am Ende nochmals korrigieren (5 Min. einplanen). Handschrift muss lesbar sein.
Schritt 6 · Pause
Kurze Pause (je nach Zentrum)
15–30 Minuten Pause zwischen schriftlichem und mündlichem Teil (oder zwischen Tagen). Wasser trinken, durchatmen. Nicht mit anderen Kandidaten über Aufgaben sprechen — das erzeugt zusätzliche Nervosität.
Schritt 7 · Sprechen
Mündliche Prüfung
Meist als Paarprüfung (zwei Kandidaten + zwei Prüfer) oder Einzelprüfung. Kurze Vorbereitungszeit auf das Thema (~5 Min.). Dann: Monolog, Dialog, Diskussion — je nach Niveau. Ruhig und strukturiert sprechen. Fehler sind erlaubt — Kommunikation zählt.
Schritt 8 · Ergebnis
Warten auf das Ergebnis
Ergebnisse je nach Anbieter in 2–8 Wochen. Goethe und telc: oft 4–6 Wochen. TestDaF: ca. 6–8 Wochen. DSH: oft schneller (2–4 Wochen), da hochschulintern. Zertifikat wird per Post oder digital zugesandt.

Prüfungstaktik nach Fertigkeit

🎧
Hören — Strategie & Training
  • Fragen vor dem Hören lesen — wissen, worauf man achten muss
  • Stichpunkte machen: Zahlen, Namen, Orte, Gründe, Daten
  • Beim zweiten Hören (wenn vorhanden) Lücken schließen und überprüfen
  • „Prüfungstempo" trainieren — nicht nur langsame Podcasts hören
  • Bei unbekannten Wörtern: Kontext nutzen, nicht abbrechen
  • Typische Quellen: Deutsche Welle, Deutschlandfunk, ZDF Mediathek
📖
Lesen — Strategie & Training
  • Zuerst Fragen lesen, dann gezielt im Text suchen (nicht alles gleich intensiv lesen)
  • Überschriften und erste Sätze jedes Absatzes für Struktur nutzen
  • Typische Aufgaben kennen: Richtig/Falsch, MC, Zuordnung, Lücken
  • Zeit einteilen: pro Aufgabe max. Zeit vorher schätzen, nicht hängen bleiben
  • Unbekannte Wörter aus Kontext erschließen — kein Wörterbuch
  • Zeitungen lesen: Zeit Online, Der Standard, Neue Zürcher Zeitung
✍️
Schreiben — Struktur & Training
  • A1–B1: Anrede → Zweck → 2–3 Infopunkte → Bitte/Frage → Gruß + Name
  • B2–C2: Einleitung (These) → Hauptteil (Argumente, Beispiele) → Schluss
  • Immer: Aufgabe genau lesen — alle Punkte müssen behandelt werden
  • Konnektoren verwenden: außerdem, allerdings, dennoch, einerseits…andererseits
  • Letzte 5 Minuten: Korrektur auf Rechtschreibung, Grammatik, Vollständigkeit
  • Schreibtraining: täglich 1 kurzen Text (E-Mail, Meinung, Zusammenfassung)
🗣️
Sprechen — Technik & Training
  • 20–40 Redemittel auswendig lernen — diese ersetzen das Zögern
  • Zeitgefühl trainieren: 1 Min., 2 Min., 3 Min. sprechen (mit Stoppuhr)
  • Paarprüfung: aktiv reagieren — „Da stimme ich zu…", „Ich sehe das etwas anders…"
  • Fehler nicht unterbrechen — weiter sprechen, am Ende korrigieren
  • Struktur: These → Begründung → Beispiel → Schluss (auch mündlich)
  • Laut sprechen üben — Handy aufnehmen und selbst zuhören

Wichtige Redemittel für die mündliche Prüfung

Meinung äußern
„Ich bin der Meinung, dass …"
„Meiner Ansicht nach …"
„Ich finde / halte es für wichtig, dass …"
„Ich bin davon überzeugt, dass …"
„Aus meiner Sicht …"
Zustimmen & Widersprechen
„Da stimme ich Ihnen / dir zu."
„Das sehe ich genauso."
„Da bin ich anderer Meinung."
„Das stimmt zwar, aber …"
„Ich würde das etwas differenzierter sehen."
Begründen & Argumentieren
„Das liegt daran, dass …"
„Ein Grund dafür ist …"
„Außerdem / Darüber hinaus …"
„Einerseits … andererseits …"
„Zum Beispiel … / Ein Beispiel dafür ist …"
Abschließen & Zusammenfassen
„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass …"
„Alles in allem bin ich der Meinung …"
„Abschließend möchte ich betonen …"
„Das Wichtigste ist meiner Meinung nach …"
„Ich komme daher zu dem Schluss, dass …"

Alle Prüfungen im Vergleich

Prüfung Niveaus Dauer gesamt Besonderheit Wofür anerkannt
Goethe-Zertifikat A1 – C2 80 – 205 Min. je nach Niveau Modular, 4 Teile einzeln bestehbar; international sehr weit verbreitet Visum, Aufenthaltstitel (AT/DE), Studium, Beruf, Einbürgerung (CH)
telc Deutsch A1 – C1 90 – 210 Min. je nach Niveau Sprachbausteine als Extra-Teil; Berufssprachen-Varianten (Pflege, Medizin) BAMF-Integration, Berufsanerkennung, Behörden DE/AT
ÖSD Zertifikat A1 – C2 100 – 185 Min. je nach Niveau Schriftlich und mündlich getrennt zertifizierbar; österreichisches Standarddeutsch Aufenthaltstitel AT, Studium AT/DE, international anerkannt
DTZ A2 – B1 ca. 115 Min. Nur im Rahmen des BAMF-Integrationskurses; Ergebnis: A2 oder B1 Niederlassungserlaubnis DE (§ 9 AufenthG), BAMF-Kursnachweis
TestDaF B2 – C1 (TDN 3–5) ca. 3 Std. 15 Min. Kein Prüfer beim Sprechen (Tonaufnahme); bundesweit + international gültig Hochschulzulassung alle deutschen Universitäten; international
DSH B2 – C2 (DSH-1/2/3) ca. 3–4 Std. (schriftlich + mündlich) Hochschuleigene Prüfung — Format variiert; meist nur an der ausstellenden HS gültig Hochschulzulassung an der jeweiligen Uni/FH in Deutschland

Bin ich prüfungsbereit? — Checkliste

Ich kann Aufgaben im Lesen innerhalb der vorgesehenen Zeit lösen — nicht nur verstehen, sondern auch unter Zeitdruck arbeiten.
Ich kann beim Hören Hauptaussage und wichtige Details zuverlässig erfassen und in Stichworten notieren.
Ich kann die Textsorte meines Niveaus strukturiert und vollständig schreiben (Brief, E-Mail, Stellungnahme…).
Ich kann 2–3 Minuten fließend zu einem Thema sprechen und auf Fragen oder Kommentare reagieren.
Ich kenne den genauen Aufbau meiner Prüfung (Teile, Reihenfolge, Zeiten) — keine Überraschungen am Prüfungstag.
Ich habe mindestens 2–3 vollständige Probeprüfungen unter echten Bedingungen (Zeitdruck, ohne Hilfsmittel) absolviert.
Ich habe 20–30 Redemittel für das Sprechen automatisiert — sie kommen ohne Zögern.
Ich kenne die Bestehensregeln meiner Prüfung: welche Mindestpunktzahl pro Teil, was passiert bei Nicht-Bestehen.